Andachtsblatt

 

Ja, das sagt und betet sich so leicht: Herr, auf Dich traue ich. Aber ist das immer so? Wollen wir uns auf diesen Herrn wirklich einlassen? Oder meinen wir es manchmal nur gut und meinen, es besser zu wissen?

Herr, auf Dich traue ich. Ich will es gern versuchen, aber ich weiß auch: es ist eine Zumutung, eine Provokation, eine massive Herausforderung, das radikal zu denken.

Herr, auf Dich traue ich: Petrus hat das auch gesagt, manchmal jedenfalls. Und manchmal hat er es gut gemeint. Und manchmal war er ganz stark, und manchmal ist er mit seiner großen Klappe buchstäblich baden gegangen. Und doch ist er der Fels, auf den Jesus seine Kirche baut. Gott sei Dank.

ER lässt uns nicht zuschanden werden. Gott sei Dank!

Ihm nachzufolgen kann auch heißen, sich immer wieder von ihm auf den Weg bringen lassen…

Habt eine gesegnete Woche!Herzliche Grüße aus Eisfeld

Ihr / Euer Steffen Pospischil

 

Herr, auf Dich traue ich!

Lied, Gebete und Bibelwort und Gedanken am Sonntag Estomihi

Aus Psalm 31

 Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Du wollest mich aus dem Netze ziehen, / das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen 1. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn! Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Soll’s uns hart ergehn, lass uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch raue Wege, gib uns auch die nöt’ge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf.

 Aus dem Evangelium nach Markus im 8. Kapitel

Jesus fing an, die Jünger zu lehren: "Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen." Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Jesus aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: "Geh weg von mir! Hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist." Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: "Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s behalten. Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. Petrus hat es ganz sicher nur gut gemeint. Doch einmal mehr zeigt es sich „gut gemeint“ ist längst nicht immer auch „gut gemacht“. Petrus wollte Jesus vor Schaden bewahren, er kann es nicht wahrhaben und verstehen, dass sein Herr getötet werden muss; Petrus kann den Freund nicht leiden sehen. Doch da ist Jesus absolut klar: Mit schroffen Worten weist er Petrus ab, er stellt ihn in die hintere Reihe und watscht ihn ab: „Petrus, Du hast keine Ahnung und schaust nur auf das, was Du verstehst und selbst nachvollziehen kannst—Du meinst, was menschlich ist.“ Womöglich ist es tatsächlich besser, wenn wir nicht versuchen, die Welt zu gewinnen oder zu retten. Womöglich ist es wirklich nicht unsere Aufgabe, Gottes Reich zu bauen. Wissen wir, was göttlich ist oder glauben wir nur, was wir verstehen und nachvollziehen können? Dabei meinen wir es doch nur gut! Dabei liegt uns die Welt doch am Herzen! Dabei wollen wir doch ganz mitmenschlich denken und handeln! Die Forderung Jesu wird zur echten Provokation: Folge mir nach. Das „mir“ ist betont. Das heißt: Folge nicht Deinen eigenen menschlichen Ideen! Folge schon gar nicht irgendwelchen Führern! Das heißt auch: schäme Dich nicht der Worte Jesu, auch wenn Du sie nicht verstehst. Der Glaube wird zur Zumutung. Glaube wird zur Herausforderung. Er wird zum Kreuz. Petrus hat es gut gemeint, er liebt seinen Herrn. Und er hat es noch öfter „gut“ gemeint… Und trotzdem ist Petrus der Fels, auf den Jesus seine Kirche baut. (oder vielleicht sogar, weil Petrus es gut gemeint hat?)

Gott des Lebens, wir bitten Dich für alle Menschen, die an Dich glauben und mit Dir leben. Stärke unser Vertrauen auf das Leben, das den Tod überwindet. Wir bitten Dich für unsere Gemeinden. Erneuere uns durch deinen Geist und stärke uns durch Dein Wort, damit wir Deine frohe Botschaft lebendig und glaubwürdig bezeugen. Wir bitten für alle, die Verantwortung tragen in der Politik, in der Wirtschaft und der Verwaltung. Hilf, dass ihre Entscheidungen dem Frieden und dem Miteinander dienen. Wir bitten Dich für alle, die Leid tragen an Leib und Seele. Sende ihnen Hilfe und Helfer. Stärke und tröste sie durch Deinen Segen. Wir bitten Dich für alle, die sich für andere Menschen einsetzen. Erhalte ihnen das Engagement und die Kraft, dass sie gestärkt in den Dienst der Nächstenliebe gehen. Gott des Lebens, geh mit uns auf allen Wegen, die vor uns liegen, auf den guten Wegen und auf den schweren. Lass uns überall Deine heilsame Nähe spüren.

 

 Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

 

Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine.

 

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